Die Ballade vom bösen Dom

Die Ballade vom bösen Dom

Der Dom ist ein perverser Mann mit bösem Instrumente.
Damit sie sich nicht wehren kann, fixiert er ihre Hände.
Er schlingt und wickelt langes Band um ihre zarte Elle,
verheddert sich und sein Gewand, stürzt auf die Eisbärfelle.

Der Dom reibt sich den bösen Kopf, will sie nun doch bezwingen.
Gelingt es mit dem Bande nicht, greift er zu andren Dingen.
Er wühlt in seinem großen Schrank und holt hervor die Schellen,
der Schlüssel fehlt, na schönen Dank, so wird er sie verprellen.

“Zur Strafe, weil mir nichts gelingt, bind” ich Dich jetzt ans Kreuz!
Dort wirst Du leiden, liebes Kind.” Na klar – die Dame freut’s.
Und wie in seinem kühnsten Traum mach er sie fest und kichert.
Ein Krachen schallt im Folterraum – Das Kreuz war nicht gesichert.

Als sich der Staub ein wenig legt, packt ihn die blinde Wut,
erst gestern hatte er gefegt, nein, das war gar nicht gut.
Fies blinzelt er zur Decke hoch, darinnen steckt ein Haken,
“so”, denkt er, “binde ich sie doch, danach werd ich sie schlagen.”

Und durch des Doms geschickten Wurf umschlingt das Seil die Öse,
er zieht sie kräftig damit hoch, und findet sich sehr böse.
Er holt die Peitsche von der Wand, es pfeift ganz scharf und zischt,
den Griff hält er noch in der Hand, der Rest ist ihm entwischt.

Er gibt es auf und macht sie ab, geht zweifelnd zur Garderobe,
Sie geht daneben, lacht sich schlapp, reicht ihm die Lederrobe.
Es ist bei Doms sehr wohl bekannt, daß Kleider Leute machen,
in schwarzem Leder, schwarzen Samt macht Dom sich nie zum Narren.

So ganz in Schwarz steht er im Raum, mit Sonnenbrille auch,
geht los, tritt auf den Mantelsaum und legt sich auf den Bauch.
Entnervt wird Dom von Dannen ziehn, er ist nicht wirklich stolz,
und seine Frau erwartet ihn mit ihrem Nudelholz…

(2005)

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